Besucherleitfaden

Eine kleine Hilfestellung für den Besuch auf unserer Freilichtbühne

Sie haben also ins Auge gefasst, die Freilichtbühne Bonbaden zu besuchen!

Da freuen wir uns wirklich sehr. Begeisterte Zuschauer kann man nie genug haben!

Die Planung:

Da liegt jetzt der Flyer mit allen Terminen vor Ihnen, und sie denken freudig: „Toll, das sind ja so viele Aufführungen, da kann ich mir ja leicht einen Termin aussuchen!“

Aber Vorsicht, hier lauert schon die Gefahr:

Die auf den ersten Blick vielen Termine entpuppen sich schnell als dürftige Auswahl, wenn man versucht zu planen! Da gehen schon mal die ersten zwei Termine nicht, da soll das Wetter ja wieder schlechter werden. Danach stehen zwei Wochen Urlaub an und am Wochenende darauf feiert der Hans seinen Geburtstag. Ach ja, Ochsenfest in Wetzlar ist ja auch noch! Jetzt wird´s aber wirklich eng! Also schnell entschlossen eine Aufführung rausgepickt und in den Terminkalender eingetragen – so, das hätten wir! Ist noch zu hoffen das es nicht regnet.

Soweit die theoretischen Vorarbeiten. Der Termin naht, es wird Zeit, sich über die praktische Umsetzung Gedanken zu machen.

Die Vorbereitung:

Dann kann´s ja losgehen. Wie ist das eigentlich mit Karten? Hätten wir uns besser welche vorbestellt? Nicht unbedingt notwendig! Es sind ausreichend Plätze vorhanden (ca. 600), so dass Einzelbesucher oder kleine Gruppen immer eine Stelle finden, wo sie sich hinsetzen können. Bei größeren Gruppen (ab 10 Personen, Kindergärten, Schulen oder Kindergeburtstagen), sollte besser eine Anmeldung erfolgen.

Jetzt kommt der unsichere Blick in die Wettervorhersagen. Eigentlich war es ja die ganze Woche sehr schön, aber der Freilichtbühnen - Wettergott lässt es unverhältnismäßig oft im Sommer an Wochenenden regnen und stürmen, vorzugsweise während der Freilichtbühnen aufführungen! So auch heute, es ziehen schon einige dunkle Wolken auf. Was tun??  Wird bei schlechtem Wetter überhaupt gespielt?

Einen vorbeugenden Anruf könnte man ja machen… bringt aber nichts!

Die Mitglieder der Freilichtbühne sind zwar alle intelligent, aber leider keine Wetterpropheten.  Auf der Homepage ist ein Link zu einem Wetterprogramm zu finden, das für die nächsten Stunden ganz glaubwürdige Prognosen macht, und mehr wissen unsere Mitglieder auch nicht. 

Nächste Frage: Sind die Zuschauerplätze eigentlich überdacht?

Leider Nein. Deshalb lieber mal etwas regensichere Kleidung mitnehmen. Von der Mitnahme eines Regenschirms in die Zuschauerränge wird allerdings abgeraten, weil:

  1. Suchen und öffnen eines Regenschirms sorgt für deutliche Unruhe während der Aufführung
  2. Wenn es wirklich regnet, läuft das Wasser vom Schirm dem Nebenmenschen in den Kragen, der ist dann meist gar nicht glücklich. Und vor allem:
  3. Ein aufgespannter Regenschirm versperrt den hinter Ihnen sitzenden ganz hervorragend die Sicht auf die Bühne.

Also dann wird doch dem Friesennerz der Vorzug gegeben. Aber es regnet ja sowieso nicht, was empfiehlt sich demnach für Kleidung?

Der erfahrene Freilichtbühnenbesucher weiß:

Die Freilichtbühne Bonbaden liegt sehr idyllisch mitten im Wald und ist mit komfortablen Stühlen ausgestattet. Eine Sitzauflage – vielleicht die des alten Gartenstuhles – kann trotzdem sehr hilfreich sein. Und auch eine Decke wird vor allem in der zweiten Hälfte der Aufführung die aus dem Waldboden kriechende Kühle erfolgreich abwehren.

Für die Abendvorstellungen sollte man sich in jedem Falle gegen kühlere Temperaturen wappnen. Ganz anders bei den Nachmittagsvorstellungen: bei sommerlichen Temperaturen ist eher leichte Kleidung empfohlen, in Verbindung mit einer Kappe und einer guten

Sonnencreme, denn nur etwa die Hälfte der Plätze liegt im Schatten.

So, Kleidung wäre geklärt – was muss noch alles mit?

Am besten ein paar nette Bekannte, denn in einer Gruppe hat man gleich noch viel mehr Spaß (und der Vereinskassierer auch!). Dann natürlich etwas Bargeld (braucht nicht sehr viel zu sein, alle Preise sind sehr moderat), denn die Eintrittskarten und vielleicht noch einiges an Essen und Trinken wollen ja bezahlt werden. 

Grundnahrungsmittel:

– kann man mitbringen, ist aber nicht unbedingt nötig, weil der Grill und der Getränkekiosk bieten eine ausreichende Auswahl. Wohlschmeckend und preiswert!

  • Video- und Fotokameras: – sind nicht verboten, jeder kann sich seine Souvenirs selbst aufnehmen, jedoch nicht von der Vorstellung. Und die Bilder dürfen auch nicht veröffentlicht werden!
  • Handys: – Sollten während der Vorstellung ausgeschaltet werden. Viel Empfang gibt es hier mitten Im Wald eh nicht.
  • Kugelschreiber oder Filzstift: – Wichtig, wenn sich die Kids nach dem Stück noch ein Autogramm holen möchten!

Die Anreise:

Wer mit dem Auto anreist, findet eine genaue Beschreibung des Weges unter dem Punkt „Anfahrt“ auf der Homepage. In der Ortsmitte von Bonbaden, beim Gasthof Germania, ist ein Hinweisschild zur Freilichtbühne angebracht und auch an allen anderen Kreuzungen oder Abzweigungen finden Sie ein Hinweisschild. Nach dem letzten Hinweisschild die Richtung beibehalten, ganz gleich wie waldig und endlos der Weg aussieht – er führt Sie direkt zum

Parkplatz der Freilichtbühne.

Hier erwarten Sie freundliche Einweiser. Sie erkennen Sie auf jeden Fall an der Orange-weißen Weste und den Kellen die Sie zum Einweisen benutzen. Diese Einweiser zeigen Ihnen den nächsten Parkplatz und helfen Ihnen, platzsparend und sicher einzuparken. Es steht eine ausreichende Anzahl von Parkplätzen direkt an der Bühne zur Verfügung. Bei sehr großem Andrang sollten Sie einen kleinen Fußweg von ca, 5 Minuten einplanen. Wollen Sie auf

Nummer sicher gehen, kommen Sie einfach 45 – 60 Minuten früher.

Für unsere gehbehinderten Zuschauer haben wir natürlich Parkplätze reserviert. Da aber auch diese nicht endlos sind, wäre es schön wenn Sie sich vorher anmelden würden.

Die Anreise ist also geschafft, das Auto hat seine Ruhe und wird nun entladen. Ggf. Sitzauflagen und Decken, mehr brauchen Sie ja nicht, wie wir bereits herausgefunden haben.

Der Einlass:

Jetzt aber auf zur Kasse, Karten kaufen! Aber halt, da gibt es ja zwei Kassen! Was ist denn das? Alles kein Problem. Im ersten Kassenhäuschen werden die Eintrittskarten verkauft und im zweiten die Märkchen für Essen und Getränke. Hinweisschilden zeigen Ihnen den Weg. Die Abfertigung an den Kassen geht in der Regel recht zügig voran, allerdings kann es Ihnen bei großem Andrang schon einmal passieren dass Sie einige Minuten in der Warteschleife verbringen müssen.

Also jetzt ganz schnell in die Bankreihen geprescht, denn die Sitzplätze sind nicht nummeriert. Reserviert wird nur für größere Gruppen (ab 10 Personen). Hier gilt noch das alte Recht dass der, der zuerst kommt, auch zuerst mahlt bzw. sitzt. Da bewährt sich dann die gute alte Methode: Decke oder Kissen auf den Platz und damit den Anspruch sichern. Aber entgegen der weit verbreiteten Meinung sind hier die besten Plätze nicht unbedingt in der ersten Reihe. 

So suchen Sie sich nun einen gefälligen Platz. Das Risiko, dass Ihnen ein Riese in der Vorderreihe die Aussicht versperrt, ist wegen des starken Gefälles der Ränge eher gering. Beruhigt können Sie zurück in den Außenbereich gehen, um sich mit Essen und Trinken zu versorgen. Wie lange es bis zur Pause dauert und wann das Stück zu Ende ist, könne sie auf den ausgehängten Tafeln nachlesen.

Die Vorstellung:

Nachdem Sie etwas Zeit hatten, die Waldlandschaft, das Bühnenbild, die Bratwurst und das erste Getränk auf sich wirken zu lassen, kehrt langsam Ruhe im Bühnenbereich ein. Nachdem die Fanfare drei Mal erklungen ist, sollten Sie Ihre Plätze eingenommen haben. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache beginnt der Sinn Ihres Hierseins: die Aufführung! 

Die ersten Akteure betreten das Bühnenbild und jetzt geht es endlich los! Sie lassen sich entführen in fremde Märchenwelten und Abenteuer oder lachen über allzu Menschliches und Skurriles. Ihrer Begeisterung dürfen Sie gerne freien Lauf lassen. Applaus ist nun mal das Brot des Künstlers, und die Spieler sollten immer gut gefüttert werden! Wenn wirklich einmal etwas nicht so ganz Ihre Zustimmung finden sollte, dann diskutieren Sie bitte nicht gleich lautstark mit Ihrem Nachbarn darüber. Denken Sie daran, dass alles, was Sie sehen und hören von Amateuren gemacht wird, die sehr viel Zeit und Begeisterung nur für ein Ziel investieren. Und dieses Ziel ist nur, den Zuschauern Freude zu bereiten. Jeder Kritiker sollte sich überlegen, ob er auch bereit wäre, diese Arbeit auf sich zu nehmen und ob er dann auch die Courage aufbringt, vor 20 oder 600 Zuschauern bei Tropenhitze oder strömendem Regen eine im wahrsten Sinne des Wortes bühnenreife Vorführung zu bieten. Aber zum Glück gefällt´s Ihnen ja!

Die Pause kommt überraschend früh! Macht nix, das Getränk von vorhin verlangt sowieso nach einem Gang in die Befreiungshalle und dann nach Gesellschaft. Aber bitte, bitte nicht in dieser Zeit die Bühne betreten, da oft Umbauten im Bühnenbild gemacht werden und das Risiko recht groß ist, einen bleibenden Eindruck von einem Kulissenteil zu erhalten! Zwanzig Minuten sind gar nicht viel, schon ertönt die Fanfare zur zweiten Hälfte. Weiter geht´s.

Zum Glück haben sich die Wolken verzogen, heute bleibt es trocken, aber sie wären ja gerüstet gewesen! Wenn ein Regenguss allerdings zu stark ist, die Zuschauer von der Tribüne unter das Dach des Stuhllagers flüchten und die Schauspieler Gefahr laufen, auf offener Bühne zu ertrinken oder die teils wertvollen Kostüme schweren Schaden nehmen, wird die Vorstellung unterbrochen. Im allerschlimmsten Fall, wenn auch nach längerer Wartezeit nicht abzusehen ist dass das Spiel weitergeführt werden kann, wird die Vorstellung dann abgebrochen. Die Zuschauer, die gerne wiederkommen möchten, haben natürlich freien Eintritt bei einer Vorstellung bei besserem Wetter.

Nach der Vorstellung:

Ach, schade, schon vorbei! Am Ende des Stücks stellen sich alle Spieler noch einmal im Schlussbild gemeinsam vor, auch die die hinter den Kulissen für den reibungslosen Ablauf des Stück gesorgt haben. Jetzt ist noch einmal kräftiger Applaus fällig. Danach werden die Zuschauer auf die Bühne eingeladen, um die Spieler aus der Nähe zu betrachten, Fotos und Autogramme zu sammeln oder einfach mal zum Gucken.

Jetzt setzt so langsam die Abwanderung der Zuschauer ein, da sollten Sie ab und zu mal einen Blick auf den Parkplatz werfen. Auch wenn die Unterhaltung mit den Akteuren gerade so interessant ist. Weil auf dem Parkplatz aus Platzgründen in lange Schlangen geparkt wird, müssen leider auch die Leute, die noch ein wenig bleiben wollen vielleicht kurz ihr Auto zur Seite fahren, um die weiter hinten stehenden nicht zu behindern. Dann die Sachen im Auto verstauen, alle Hosentaschen noch mal kontrollieren ob Haustürschlüssel, Portemonnaie, Handy (wieso eigentlich?) und Töchterleins Puppe mit Kamm und Jacke noch da sind, dann kann´s Richtung Heimat gehen.

Wer möchte kann nach der Abendvorstellung natürlich noch unser Vereinsheim aufsuchen und bei einem frisch gezapften Bier nochmal mit den Spielern in ein Gespräch kommen.

Der Parkplatz leert sich deutlich schneller als gedacht, und spätestens im Dorf, an der Einmündung Kreisstraße, löst sich die etwas zähe Kolonne schon endgültig auf. Freie Fahrt…

Später:

Schön war´s. Könnten wir wirklich jedem empfehlen! – Ja? Ja, dann tun Sie es bitte auch. Diese Art der Werbung ist für die Freilichtbühne ein äußerst wichtiger Beitrag. Umfragen bei den Zuschauern haben gezeigt, dass sehr viele Gäste durch Empfehlungen von anderen Zuschauern den Weg nach Bonbaden gefunden haben. Und wenn es Ihnen wirklich gut gefallen hat, freuen sich die Spieler außerordentlich über einen netten Kommentar in unserem Gästebuch auf der Homepage.

Natürlich sind wir auch für kritische Kommentare offen. Wenn Ihnen also etwas nicht gefallen hat, sagen Sie es uns. Wir werden uns bemühen es abzustellen. 

Auf unserer Homepage sehen Sie auch die wichtigsten Informationen über Termine und Stücke in der nächsten Saison.  Aber die größte Anerkennung für die Freilichtbühne Bonbaden ist, wenn Sie im nächsten Jahr wieder dabei sind.

Dann sind Sie ja schon erfahren und brauchen diese Hilfestellung gar nicht mehr…