
Wetzlarer Neue Zeitung - 20.11.2006
Flucht des Pfarrers scheitert
Der Tod des
Kirchengemeinderatsvorsitzenden Hermann Brüllmeier bewirkt bei Pfarrer, Messner
Simon Brumm, Haushälterin Trude und Brüllmeiers Familie Erleichterung und Wut.
Tochter Eva reagiert sauer und genervt.
Hat Brüllmeier doch seit seiner Wahl zum Vorsitzenden seinem Namen alle Ehre
gemacht, und ist brüllend seinem Leitspruch gefolgt: "Ich schaff hier Ordnung",
was er im kirchlichen Leben und in seinen eigenen vier Wänden umsetzen wollte.
So steht ein hilflos blickender Pfarrer neben seinem Schreibtisch und beobachtet
Moralapostel Brüllmeier (Thomas Schrenk) beim Schreiben der Sonntagspredigt.
Doch Trude (Sabine Martin) hat nur einen bewusstlosen Brüllmeier in der
Sakristei gesehen. Dieser ist während eines heimlichen Treffens mit seiner
Geliebten, der Gemeinderätin Marion Herr, umgefallen, und auf den Fliesen der
Sakristei aufgeschlagen.
Die resolute Gemeinderätin (Angelika Hofmann) hat in dem Drei-Akter alles im
Griff. Schaut sie in einem Moment liebevoll ihren Liebhaber an, kommandiert sie
kurze Zeit später wie ihr Liebhaber die beiden Pfarrangestellten Trude und Simon
herum. Während der eineinhalbstündigen Aufführung in der Mehrzweckhalle hat
Brüllmeier-Darsteller Thomas Schrenk den meisten Körpereinsatz bewiesen. Vier
Mal stürzt der in Anzughose und weinroter Weste gekleidete Mann lautstark auf
den Boden im Büro des Pfarrers, und bleibt regungslos liegen.
Das Publikum reagiert begeistert, lacht und klatscht als der Versuch von Messner
und Gemeinderätin misslingt, die vermeintliche Leiche vom Sofa hochzuheben, und
dabei das Möbelstück samt Brüllmeier nach hinten umfällt.
Immer wieder bringen die flapsigen Sprüche des Messners Simon (Thomas Martin),
der kein Blatt vor den Mund nimmt, die Zuschauer zum Kichern und Lachen.
Manchmal wendet er sich mit kleinen Sticheleien auch schon mal direkt an das
Publikum.
Zum dritten Mal hat die Freilichtbühne Bonbaden ihre Spielzeit in den Herbst
verlängert. Zwar könnte der Schwank überall im deutschsprachigen Raum spielen,
doch Regisseurin Silvia Schäfer-Lehnhausen hat durch Anspielungen auf die Amends
Mühle in Neukirchen, von der Simon sein Ziegenfutter bezieht, und der
Namensgleicheit des Tierarztes im Stück mit dem realen Tierarzt Lotz im
Nachbarort Laufdorf dem Stück Lokalkolorit verliehen. Saison auf der Waldbühne
beginnt am 9. Juni und dauert acht WochenDie Freilichtsaison der Bonbadener
Waldbühne beginnt am 9. Juni und dauert acht Wochen. Die drei Stücke des Vereins
Freilichtbühne Bonbaden werden eingerahmt von zwei internationalen Shows der
Großstadt Entertainment Ltd. Konzert- und Künstleragentur. "Dancing Queen wird
wie dieses Jahr erneut auf der Waldbühne zu sehen sein", erzählte
Vereinsvorsitzender Volker Lehnhausen.