
Wetzlarer Neue Zeitung - 06.06.2006
Das "Abba"-Fieber grassiert
Schon wenige Minuten, nachdem Agnetha
(Karen Graham), Benny (Andrew Bowen), Björn (Mark Stratton) und Anna-Frid,
genannt Frieda, (Emma Louise Jones) die Bühne betreten hatten, zogen die vier
Briten der Gruppe "Abba Gold" in ihrer Show "Dancing Queen", präsentiert von
dieser Zeitung, und mit ihrer Leidenschaft für die Musik der 70er-Jahre-Band
alle in ihren Bann.
Die Auswirkungen des Virus "Abba" auf die sechs- bis 70-jährigen Zuschauer waren
schnell zu erkennen: begeistertes Klatschen, Pfiffe, lautes Mitsingen,
rhythmische Bewegungen mit Armen und Beinen vor den Sitzreihen und gegen Ende
der Show auch fast perfekte Tanzeinlagen vor der Bühne.
Die Londoner Show überzeugte durch dem Original unglaublich nahe kommenden
Gesang, nostalgischen Kleidungsstil und Choreografien mit amüsanten Tanzeinlagen
von Keyboarder Andrew Bowen (Benny). Dieser sorgte schon beim ersten Lied,
"Dancing Queen", für Lacher. Bennys Markenzeichen sind das Schütteln der
dunkelblonden Mähne, weit ausholende Bewegungen mit Armen und Beinen und
schnelles Keyboardspiel, während dem er mit der Nase fast die Tasten
berührt.Auch die jüngsten Fans bewiesen bei Liedern wie "Voulez vous"
TextsicherheitDas Publikum merkte schnell, dass die vier Briten nicht nur die
fast perfekte Kopie einer Show der schwedischen Erfolgsband auf die Bühne
bringen wollen, sondern sie verliehen ihrem Auftritt auch eine persönliche Note,
die mehr als zwei Stunden lang ihre Freude an der Musik von "Abba"
widerspiegelte.
In ihren kurzen Dialogen untereinander zeigten sie komödiantisches Talent und
bezogen das Publikum, das es meist nur in den Liedpausen auf den Sitzen hielt,
ein. So sprach Agnetha von ihrem "blonden Moment", als sie den Hinweis von
Frieda auf das folgende Lied "Fernando" nicht verstand. Und Frieda sang "Honey,
Honey" nur für einen verliebten Zuhörer in der ersten Reihe.
Sprachbarrieren schien es wohl nicht zu geben, denn jedes Gespräch zwischen den
Sängern, Musikern und Tänzern verursachte im Publikum Lacher. Ausgelassene
Zuschauer ließen sich von Agnetha nur einmal auffordern, ihren Gesang durch
lautes Rufen von "SOS" während des Refrains zu bereichern. Und spätestens mit "Voulez
vous" - zehn Minuten nach dem Betreten der Bühne - hatte sich "Abba Gold" in die
Herzen des Publikums gesungen und getanzt. Denn auch die jüngsten Fans bewiesen
Textsicherheit und unterstrichen ihre Freude an der Musik durch Mitsingen und
tänzerische Einlagen.
Nicht nur beim musikalischen Gepäck - von "Mamma Mia" über "Gimmie! Gimmie!
Gimmie!" bis "Knowing Me Knowing You" -, sondern auch bei der Wahl ihrer Kostüme
hat die Londoner Truppe auf Authentizität viel Wert gelegt. Agnetha und
Anna-Frid trugen golden schimmernde Umhänge und gleichfarbige, zehn Zentimeter
hohe Plateauschuhe bei dem Lied "Dancing Queen". Ganz in Weiß und mit einem
farbigen Gürtel und einem farblich abgesetztem Revers am Blazer sangen die vier
Musiker das gefühlvolle "Chiquitita". Und die Zuhörer begleiteten sie singend
und Leuchtstäbe schwenkend.
Gefühlvoll war es auch am Ende der Show, als die Akteure auf der Bühne wie das
Publikum davor gemeinsam "Thank you for the music" sangen. Gegen 22.30 Uhr
verabschiedeten sich Frieda, Agnetha, Björn und Benny nach drei Zugaben von den
Bonbadener Fans und damit auch von Deutschland.