
Wetzlarer Neue Zeitung - 03.06.2005
Mit Schneewittchen, Bill Bo und Bauernkomödie in den Sommer
Für die Kinder gibt es wie in jedem
Jahr zwei unterschiedliche Stücke, die mit viel Engagement vorbereitet wurden.
Mehr als passend ist die Kulisse der Waldbühne (Verlängerung Philippsteiner Weg)
für "Schneewittchen und die sieben Zwerge" in der Theaterfassung von Hermann
Wanderschreck. 45 Darsteller im Alter von drei bis 61 Jahren sind an diesem
Grimm-Märchen beteiligt. Sie haben bereits 2004 mit ihren Leseproben begonnen.
Zwei Akte mit insgesamt 75 Minuten Spielzeit entführen in das Reich der bösen
Königin Barbara, die unbedingt die Schönste im Lande sein will und dafür ihre
Stieftochter umbringen möchte. Wie Schneewittchen mit Hilfe ihrer tierischen
Freunde und der sieben Zwerge dem grausamen Ansinnen entrinnt, können pro
Vorstellung bis zu 750 Zuschauer verfolgen.
Beim zweiten Nachmittagsstück dürfen Kinder und solche, die es noch einmal sein
wollen, mit Bill Bo und seiner Bande auf spannende Abenteuerreise gehen. Josef
Göhlens eher schusseliger als furchteinflößender Räuberhauptmann, der durch die
Augsburger Puppenkiste bekannt wurde, wird mit seiner Blechbüchsenarmee die Burg
Dingelstein angreifen und dabei so manche Überraschung erleben.
Denn dem gefassten Plan stellen sich Spione, ein reißender Fluss und fast mutige
Stadtwächter in den Weg, und schließlich kommt alles anders als erwartet. Das
zweistündige Stück ist mit 16 Sprechrollen und zehn Statisten besetzt. In der
Bühnenfassung von Frank Pinkus führt Thomas Martin Regie.
Das Abendstück präsentiert einmal mehr einen turbulenten Schwank, in dem es um
die Liebe geht. "Lieber ledig, als erledigt" - so der Titel des Stückes - von
Regina Zimmermann macht unter der Regie von Friedhelm Watz aus der
Freilichtbühne den Maier-Hof, in dem Elli Weber den Haushalt führt und gerne
Bäuerin würde.
Sie hat Michael, den Sohn von Bauer Peter groß gezogen, nachdem die Frau des
Landwirts davon gelaufen war. Der Bauer allerdings will nicht so recht anbeißen
und auch sein Bruder Gustav hält nichts vom Heiraten. Ellis List sich krank zu
stellen und mit einer chaotischen Haushaltshilfe auf ihre Qualitäten aufmerksam
zu machen, geht nach hinten los: Statt der "Hilfe" kommt unerwartet Konkurrenz
ins Haus.
In drei Akten und 90 Minuten reiner Spielzeit verspricht die Freilichtbühne eine
lebhafte Komödie, die mit heimischer Mundart Lokalkolorit erhält.
Bei allen Stücken ist Eckhard Söhngen für die Pyrotechnik zuständig, für den Ton
zeichnen Andreas Schroth und Christoph Schäfer verantwortlich und die Kostüme
haben Irmtraud Hammer und Rosalind Kaiser zusammengestellt.
Nach der Sommersaison wird es außerdem am 18. und 19 November nach der Premiere
im Vorjahr wieder ein Stück in der Bonbadener Mehrzweckhalle geben.
Die Sommeraufführungen auf der Freilichtbühne finden übrigens auch bei leichtem
Regen statt. Der Eintritt kostet auf allen Plätzen für Erwachsene 6,50 Euro, für
Kinder unter 14 Jahren vier Euro. Bei Kindergruppen und Schulklassen hat eine
Begleitperson freien Eintritt.