Freilichtbühne Bonbaden

   

Wetzlarer Neue Zeitung - 03.06.2005

Mit Schneewittchen, Bill Bo und Bauernkomödie in den Sommer

Braunfels-Bonbaden. (hp). Seit Monaten wird geprobt, mittlerweile bereits auf der Bühne, die Requisiten und Kostüme sind fertig und die Tontechnik ist nochmals verbessert. In Bonbaden hat der Vorverkauf begonnen und die Akteure warten auf die erste Premiere: Am 24. Juni um 16 Uhr ist es soweit. Dann zeigen die Aktiven des Laientheaters Freilichtbühne im Braunfelser Stadtteil wieder ihr Können. Die neuen Stücke für kleine und große Besucher stellten Pressewartin Sabine Martin und die Regisseure Thomas Schrenk, Friedhelm Watz und Thomas Martin jetzt in Bonbaden vor.

Für die Kinder gibt es wie in jedem Jahr zwei unterschiedliche Stücke, die mit viel Engagement vorbereitet wurden.

Mehr als passend ist die Kulisse der Waldbühne (Verlängerung Philippsteiner Weg) für "Schneewittchen und die sieben Zwerge" in der Theaterfassung von Hermann Wanderschreck. 45 Darsteller im Alter von drei bis 61 Jahren sind an diesem Grimm-Märchen beteiligt. Sie haben bereits 2004 mit ihren Leseproben begonnen.

Zwei Akte mit insgesamt 75 Minuten Spielzeit entführen in das Reich der bösen Königin Barbara, die unbedingt die Schönste im Lande sein will und dafür ihre Stieftochter umbringen möchte. Wie Schneewittchen mit Hilfe ihrer tierischen Freunde und der sieben Zwerge dem grausamen Ansinnen entrinnt, können pro Vorstellung bis zu 750 Zuschauer verfolgen.

Beim zweiten Nachmittagsstück dürfen Kinder und solche, die es noch einmal sein wollen, mit Bill Bo und seiner Bande auf spannende Abenteuerreise gehen. Josef Göhlens eher schusseliger als furchteinflößender Räuberhauptmann, der durch die Augsburger Puppenkiste bekannt wurde, wird mit seiner Blechbüchsenarmee die Burg Dingelstein angreifen und dabei so manche Überraschung erleben.

Denn dem gefassten Plan stellen sich Spione, ein reißender Fluss und fast mutige Stadtwächter in den Weg, und schließlich kommt alles anders als erwartet. Das zweistündige Stück ist mit 16 Sprechrollen und zehn Statisten besetzt. In der Bühnenfassung von Frank Pinkus führt Thomas Martin Regie.

Das Abendstück präsentiert einmal mehr einen turbulenten Schwank, in dem es um die Liebe geht. "Lieber ledig, als erledigt" - so der Titel des Stückes - von Regina Zimmermann macht unter der Regie von Friedhelm Watz aus der Freilichtbühne den Maier-Hof, in dem Elli Weber den Haushalt führt und gerne Bäuerin würde.

Sie hat Michael, den Sohn von Bauer Peter groß gezogen, nachdem die Frau des Landwirts davon gelaufen war. Der Bauer allerdings will nicht so recht anbeißen und auch sein Bruder Gustav hält nichts vom Heiraten. Ellis List sich krank zu stellen und mit einer chaotischen Haushaltshilfe auf ihre Qualitäten aufmerksam zu machen, geht nach hinten los: Statt der "Hilfe" kommt unerwartet Konkurrenz ins Haus.

In drei Akten und 90 Minuten reiner Spielzeit verspricht die Freilichtbühne eine lebhafte Komödie, die mit heimischer Mundart Lokalkolorit erhält.

Bei allen Stücken ist Eckhard Söhngen für die Pyrotechnik zuständig, für den Ton zeichnen Andreas Schroth und Christoph Schäfer verantwortlich und die Kostüme haben Irmtraud Hammer und Rosalind Kaiser zusammengestellt.

Nach der Sommersaison wird es außerdem am 18. und 19 November nach der Premiere im Vorjahr wieder ein Stück in der Bonbadener Mehrzweckhalle geben.

Die Sommeraufführungen auf der Freilichtbühne finden übrigens auch bei leichtem Regen statt. Der Eintritt kostet auf allen Plätzen für Erwachsene 6,50 Euro, für Kinder unter 14 Jahren vier Euro. Bei Kindergruppen und Schulklassen hat eine Begleitperson freien Eintritt.