
Wetzlarer Neue Zeitung - 28.06.2004
Spaß rund um verschwundenen Handkäse
Über die im Vergleich zu Vorjahren
eher magere Zuschauerkulisse rätselten am Samstag alle Beteiligten. Sie hofften
auf mehr Zuspruch in den kommenden Vorstellungen, ließen sich bei der Premiere
jedoch nicht entmutigen.
Ein rauschendes Fest ist der Ausgangspunkt des Bonbadener Stückes. Über das, was
danach geschieht und über den Nachhauseweg hat sich zunächst der Schleier des
Vergessens ausgebreitet.
Verwirrung nach einer durchzechten Nacht
Anekdoten über sein Verhalten muss sich deshalb der beteiligte Schreinermeister
Sepp Hämmerle (Günter Watz) anhören, der nach durchzechter Nacht im Sägemehl
seiner Werkstatt erwacht. "Wu es doa mei Gebeass?" (Wo ist den mein Gebiss?),
fragt er sich etwa.
Da kann ihm "sei lejb, gout Fraache" (sein liebes, gutes Frauchen) Pauline
(Heike Söhngen) weiter helfen: Eugenie Schlotterbeck (Heide Bähr), Haushälterin
des Pfarrers, hat es im Bach vor dem Haus gefunden.
Rätsel gibt auch eine Leiter auf, die der Sepp wohl mit nach Hause brachte -
eine Sprosse fehlt. Sohn Frank (Andreas Brauss) plagen ebenfalls
Erinnerungsprobleme. Er ist bei einem kaputten Fensterladen erwacht, der zum
Fenster der Zwillingsschwester seiner Verlobten Evi (Cleopatra Dietrich) gehört.
Und diese ist über einen vermeintlichen Seitensprung stinksauer.
Zur Krönung der ganzen Verwicklungen betritt Dorfpolizist Siegmund Eiferling
(Hermann Fritsch) mit blutender Wunde am Kopf die Szenerie - in der Hand eine
zerbrochene Leitersprosse. Seine Schnupftabakdose ist ebenso verschwunden, wie
Sepps Geldbeutel und irgendwie passen beiden auch ihre Hosen nicht mehr.
Verschwunden ist außerdem auch der Handkäse der Pfarrhaushälterin.
Evis Vater Hugo Häberle (Wolfgang Redling), Dirigent des Musikvereins, kann dann
zwar wütend einige Gegenstände wieder beibringen, doch erst weiblicher Spürsinn
bringt schließlich die ganze Wahrheit an den Tag.
Ein Mordsspaß, den Heike Söhngen und Friedhelm Watz bestens in Bonbaden Szene
gesetzt haben. Eine wirkliche Verbesserung für die Aufführung sind
Funkmikrofone, die für die neue Spielzeit angeschafft wurden. Jeder Satz
erreicht das Publikum.
Andreas Schroth ist für die Tontechnik zuständig, den Bühnenbau hat Adolf Muck
übernommen und für die Kostüme zeichnet Rosalinde Kaiser verantwortlich.