Freilichtbühne Bonbaden

   

Wetzlarer Neue Zeitung - 15.07.2002

600 kleine "Naseweise" wollten Pinocchio und den Kasper sehen

Braunfels-Bonbaden. (mhs). "Seid ihr auch alle da" fragt der Kasper die gut 600 "Naseweise" im Publikum. "Jaaaa" donnert es aus den Kehlen auf den Sitzplätzen der Freilichtbühne Bonbaden. Auftakt zum Kasperletheater? Mitnichten. Dies ist der Auftakt der Premiere des Kindertheaters "Pinocchio" im 50. Jubiläumsjahr des rührigen Laienspieltheater-Vereins.

Ständig will Miesepeter (Julia Ilge) dem erwartungsfrohen Publikum die Lust an der Aufführung nehmen, doch das zeigt ihm mit Hilfe des Kaspers (Kristin Butter) immer wieder die lange Nase.

"Bitte bitte hau mich nicht" fleht das Stückchen Holz den verdatterten Tischler Hobelbein (Michel Pauli) an. Der verscherbelt das gute Stück daraufhin gleich an den alten Gepetto (Wolfgang Jäger), der daraus eine Puppe schnitzen möchte. Gesagt getan. Bis auf die zu lang geratene Nase, die sich nicht bändigen lässt, gelingt dem Mann ein Meisterwerk. Und das fängt plötzlich an zu laufen, tanzen, scherzen und klaut dem Meister sogar die Perücke vom Kopf. Nichts hält den auf Pinocchio (Cyndy Jähnigen) getauften mehr, dessen Nase bei einer Lüge in die Länge wächst. Er zieht hinaus in die Welt, will bummeln und bloß nicht zur Schule gehen.

So gerät er in allerlei Abenteuer, begeistert sich am Puppentheater mit Peppi (Jochen Strunk) und Peppino (Felix Waidhas) und muss sich ständig vor den listigen Fuchs (Arno Waidhas) und Kater (Steffen Waidhas) in Acht nehmen, die ihm seine fünf Goldstücke ab nehmen wollen.

Schließlich lässt er sich trotz Warnungen vom Kutscher (Martina Waidhas) ins paradiesische Kinderspielzeugland entführen. Die kleine Puppe muss ja unbedingt ihren Dick...äh.. Holzkopf durchsetzen. Doch oh Schreck: Hier wachsen der Langnase auch noch lange Eselsohren.

Tja, wo würde der kleine Pinocchio landen, gäbe es da nicht auch ein paar Figuren, die ihm Gutes wollen: Da ist einmal die gute "Blaue Fee" (Sabrina Pauli), die ihn zum Leben erweckt hat und die Grille Herzetreu (Sarah Haab), die ihm ins Gewissen zirpt. Auch das Gewissen selbst ist in Person von Jimmi (Christian Watz) Pinocchios steter Wegbegleiter. Gottseidank, denn am Ende sieht der Geläuterte seine Taten ein und verträgt sich sogar mit Freund Kalle (Daniel Thom) und seinen Schulkameraden, die von Nicole und Sebastian Watz, Luisa Schrenk, Kimberly Maust, Ann-Kathrin Lehnhausen, Max Bender, Ann-Christin Henke, Alexander Brauss, Lea Kräuter und Franziska Schäfer gespielt werden.

Gepetto kann sein Ein und Alles schließlich wieder in die Arme schließen. Als Leckerlie zum Schluss wartet auf alle ein große Torte, die sich nun alle wirklich verdient haben.

Weitere Aufführungen von "Pinocchio": Bis 28. Juli jeweils freitags (16 Uhr), samstags und sonntags (14.30 Uhr). Infos auch unter www.freilichtbühne-bonbaden.de